Sonntag, 31. August 2008

Übersicht zum Thema Landschaften der Antarktis

  • Inlandeis: Der grösste Teil der Antarktis entfällt auf das Inlandeis, ein Hochplateau mit einer Eisdicke von mehreren tausend Metern.
  • Gebirge: Die Gebirge der Antarktis sind fast vollständig mit Eis überzogen , nur die höchsten Spitzen, Nunataks und ein Vulkan sind sichtbar
  • Gletscher: Auch bei den Gletschern ist die Antarktis die Superlative, die meisten und grössten Gletscher der Erde sind hier.
  • Schelfeis - Eisberge: Die gewaltigen Schelfeistafeln halten den Kontinent zusammen und schützen ihn, die abbrechenden Tafeleisberge sind imposant.
  • Antarktische Halbinsel: Die Antarktische Halbinsel ist wegen ihrer Naturschönheit bekannt und wird daher besonders durch Kreuzfahrtschiffe aufgesucht.
  • Streuinseln: Als Streuinseln bezeichnet man die einsamen Inseln im Südpolarmeer. Dort sind die Nistplätze vieler Tiere der Antarktis.
  • Südpolar Meer: Das Südpolarmeer streift alle drei Ozeane und beeinflusst das Strömungssystem fast aller Weltmeere.

Fauna und Flora der Antarktis

Übersicht zum Thema Fauna und Flora der Antarktis

Leben - Überleben: Die Antarktis ist auch für die Tierwelt von aussen nicht gut erreichbar, wegen der Abgeschiedenheit sind auch viele endemische Arten anzutreffen.
Pinguine: Pinguine sind die typischsten Bewohner der Antarktis, aber nicht alle Pinguinarten wohnen in der Antarktis, aber alle sind auf der Südhalbkugel beheimatet.
Albatrosse: Die Albatrosse verbringen den grössten Teil ihres Lebens in der Luft nur zur Brutzeit suchen sie die einsamen Inseln im Südpolarmeer auf.
Sturmvögel: Sturmvögel sind Meeresvögel und haben Schwimmhäute und Haken- Nasen, an Land haben sie Mühe sich fortzubewegen.
Wale: Die Wale finden mit dem Krill ein reiches Nahrungsangebot in der Antarktis, allerdings macht ein Rückgang dieses Nahrungsangebotes sie verletzlich.
Robben: Die antarktischen Robben leben auf dem Eis und im Südpolarmeer.. Sie konnten sich seit dem Ende des Robbenfangs wieder gut erholen.
weitere Tiere: Weitere Tiere der Antarktis sind noch einige Wasservogelarten, Krill und Fischarten im Südpolarmeer, viele von ihnen sind endemisch.

Fauna und Flora der Antarktis
Die Antarktis ist ein wenig artenreiches, aber grosses Naturreservat. Die Ökosysteme sind relativ einfach strukturiert. Bei den Vögeln, Pinguinen, Robben und Walen lassen sich die Arten noch gut feststellen - bei den Vögeln sind gelegentliche Gäste nicht berücksichtigt.

Zur übrigen Tierwelt zählen hier die Krebstiere, Fische, Muscheln, Insekten und Spinnen. Bei diesen Tieren werden/können nur wenige Arten detailliert beschrieben werden. Die Tierwelt beschränkt sich fast nur auf den Küstenbereich und dem antarktischen Meeresgebiet - im Kontinentinneren sind nur Insekten (Springschwanz), Milben und Blattfusskrebse anzutreffen. Das antarktische Meeresgebiet ist eines der ältesten und grössten in sich geschlossenen Ökosystem der Erde.

Mit Ausnahme von nur zwei Blütenpflanzen besteht die gesamte Flora der Antarktis aus kleinen blütenlosen Sporenpflanzen wie Algen, Flechten, Pilze und Moose. Diese landlebenden Pflanzen müssen extremen Bedingungen standhalten, wie geringe Luftfeuchtigkeit, niedrige Temperaturen und Mangel an Bodenkrume. Lediglich im Randgebiet der Antarktis hat man zwei
Arten von Blütenpflanzen gefunden.

Samstag, 30. August 2008

Kaiserpinguin

lateinisch: Aptenodytes forsteri
englisch:. Emperor Penguin
Alter bis 20 Jahre
Grösse : über 100cm
Gewicht: 30-50kg
Anzahl: ca. 300'000
Nahrung: Nahrung: Fische, Tintenfisch, Krill
Feinde: Seeleopard, Orca, bei Küken auch Riesensturmvogel
entdeckt durch: Bellingshausen
Verbreitung: rund um den Antarktischen Kontinent
Besonderheiten: grösster Pinguin, der am südlichsten lebende Pinguin, geht zur Fortpflanzung bis 200km ins Landesinnere, in der Roten Liste gefährdeter Arten

Der Kaiserpinguin ist der grösste Pinguin und Tauchvogel der Welt - erwachsene Tiere wiegen ungefähr 30 kg. Er ist ausserdem der einzige Vogel, der während des extrem lebensfeindlichen Winters des antarktischen Kontinents Eier legt und seine jungen aufzieht. Das Verbreitungsgebiet des Kaiserpinguin erstreckt sich weiter nach Süden als das jeder anderen Pinguinart. Mit Ausnahme einiger Brutkolonien im Bereich der Antarktischen Halbinsel brütet diese Art auf dem Festeis vor Ostantarktika und den nahegelegenen Inseln. Der Weg bis zum offenen Meer ist zum Teil beträchtlich und die Wachtablösung erfolgt gegen Ende der Brutzeit.
Erwachsene Kaiserpinguine können sich mit ausgestrecktem Hals auf die Grösse von etwa 130 cm recken - gewöhnlich stehen sie aber mit eingezogenem Kopf da und sind dann 80 cm gross. Sie sind inner- und ausserhalb des Wassers gesellige Tiere.

Bei normaler Nahrungssuche bleiben sie 2 bis 9 Minuten unter Wasser. Die Rekordmessungen sind bei der Dauer 18 Minuten und bei der Tiefe 265 Meter. Die Sterblichkeit der Küken in dieser feindlichen Umwelt ist hoch, in besonders schlechten Jahren haben in einzelnen Kolonien bis 90 % der Jungen nicht überlebt - dagegen ist die Erwachsenensterblichkeit mit 5 %
der Gesamtpopulation gering. Zweifellos ist die lange Lebensdauer der Art erforderlich, um Fortpflanzungserfolg und Erhalt der Gene zu gewährleisten. Er ernährt sich eher von Fischen und Tintenfischen als von Krill.

Dieser in der Antarktis heimische, flugunfähige Vogel taucht auf der Suche nach Fischen und Tintenschnecken bis zu 200 m tief. Der Kaiserpinguin (Aptenodytes forsteri) ist mit einer Größe von 1,2 Metern und einem Gewicht von 45 Kilogramm die größte Pinguinart. Er baut kein
Nest und hat auch kein Revier, das er verteidigt. Das Männchen brütet das einzige Ei in einer Hautfalte verborgen auf seinen Füßen aus, während das Weibchen zwei Monate lang auf Futtersuche ist. Es kommt erst zurück, wenn das Junge geschlüpft ist.

Rückkehr der Kaiserpinguine aus Adélieland



Königspinguin

lateinisch: Aptenodytes patagonicus
englisch:. King Penguin
Alter bis: 20 Jahre
Grösse ca: 90cm
Gewicht: 12- 15kg
Anzahl: ca. 3 Mio.
Nahrung:Tintenfisch, Krill, kleine Fische
Feinde:Schwertwal und Seeleopard und die Eier durch Riesensturmvögel
entdeckt durch:
Verbreitung: besonders Südgeorgien, Macquarie und heard
Besonderheiten: langer schmaler Schnabel und gelborange Hals- und nasenpartie, streng monogam und langer Brutzyklus, taucht bis 300m, gesellig, in zahlreichen Zoos zu finden

Die Königspinguine brüten auf den antarktischen und subantarktischen Inseln in riesigen Kolonien - diese sind während des ganzen Jahres besetzt. Diese Kolonien sind an geschützten Stellen der Uferzonen. Das durchschnittliche Gewicht beträgt 15 kg und sie werden 75 cm gross. Die Gesamtpopulation wird auf zwei Millionen Tiere geschätzt - der Verbreitungsschwerpunkt liegt eher in der Subantarktis.

Der Brutzyklus der Königspinguine ist mit 13 Monaten ausgesprochen lange und sie legen wie die Kaiserpinguine nur ein einziges Ei. Dies hat zur Folge, dass sie nur jedes zweite Jahr erfolgreich ein Junges grossziehen oder im besten Falle zwei Junge in drei Jahren. Königspinguine sind hervorragende Taucher - sie tauchen sehr oft und auch sehr tief.

Adéliepinguin

lateinisch: Pygoscelis adeliae
englisch:.Adelie Penguin
Alter bis:10 Jahre
Grösse ca: 70cm
Gewicht: 4-6kg
Anzahl: ca. 20 Mio
Nahrung:
Feinde:
entdeckt durch: Dumont d'Urville
Verbreitung: Antarktisküste, Inseln Subantarktis
Besonderheiten: neben Kaiserpinguin einziger der auf dem Kontinent vorkommt, leben und brüten in grossen Kolonien,

Der Adéliepinguin (Pygoscelis adeliae) ist die häufigste antarktische Pinguinart und neben dem Kaiserpinguin die am weitesten südlich vorkommende Pinguinart. Er ist an der Küste des gesamten antarktischen Kontinents und den südlicheren Inseln des Südantillenbogens beheimatet.

Sie sind 70 cm gross und 4.5 bis 5.5 kg schwer. bemerkenswert ist, dass sie bis zu 100 km lange Wanderungen zu ihren Brutplätzen unternehmen, normal sind aber eher 20 bis 40 km. Diesen Weg legen sie im Gänsemarsch zurück - manchmal schlittern sie auch auf ihren Bäuchen daher.

Die Brutzeit ist ca. 36 Tage. Sie ziehen jedes Jahr zwei Junge gross - die Brutpflege wird ausschliesslich von den Männchen wahrgenommen. Die Adéliekolonien sind zum Teil riesig - auf den South Orkneys sind es fünf Millionen Tiere und diese benötigen in der Brutsaison täglich 9000 Tonnen Nahrung in Form von Krill und jungen Fischen.

Die Adéliepinguine überwintern auf dem Packeis, weil dort die Lufttemperatur höher als auf dem Festland ist.

Zügelpinguin

lateinisch: Pygoscelis antarctica
englisch:. Chinstrap Penguin
Alter bis: 10 Jahre
Grösse ca: 50cm
Gewicht: 4kg
Anzahl: ca. 8 Mio.
Nahrung: Krill und kleine Fische
Feinde:
entdeckt durch:
Verbreitung: insbesondere South Sandwich Islands
Besonderheiten: kleinster Pinguin, taucht über 200m, oft Streit um Brutplätze

Der Zügelpinguin ( Pygoscelis antarctica ) ist mit einem mittleren
Gewicht von etwas über vier Kilogramm sind sie kleiner als die Adélies.
Er hat einen auffälligen schmalen Streifen schwarzer Federn unter dem
weissen Kinn. Sie sind fähige Kletterer und deshalb wählen bei
gemischten Kolonien mit den Adélies die höchstgelegenen und felsigsten
Stellen. Er brütet vorwiegend im Norden der Antarktischen Halbinsel und
auf den südlichen Inseln des Südantillenbogens. Ihre Hauptnahrung ist
der Krill.

Eselspinguin

lateinisch: Pygoscelis papua
englisch:. Gentoo Penguin
Alter bis: 18 Jahre
Grösse ca: 70cm
Gewicht: 5-7kg
Anzahl: ca. 300'000
Nahrung:
Feinde: Seeleoparden, Orcas, bei Küken auch Raubmöwen
entdeckt durch:
Verbreitung: insbesondere Südgeorgien, auch Macquarie und Heard und antarkt. Halbinsel
Besonderheiten: Schnellster Schwimmer unter Pinguinen - bis 30kmh, sehr scheuer Pinguin, in der Roten Liste gefährdeter Arten

Die Eselspinguine ( Pygoscelis papua ) sind den Adélies weniger ähnlich als die Zügelpinguine, sie sind mit einem Durchschnittsgewicht auch grösser und besitzen eine auffällige Kopfzeichnung in Form von weissen Flecken über den Augen. Mit den Adélies bilden sie zwar häufig Brutkolonien, bevorzugen aber flacheren und näher am Wasser gelegenen Untergrund. Ihre Nester sind aber grösser und liegen auch weiter auseinander als bei den Adélies. Diese kleinere Dichte macht aber die Nester auch anfälliger für Eierräuber.

In der Ernährungsweise unterscheidet er sich ebenfalls, er ergänzt seine Krillkost gelegentlich durch Fisch und Tintenfisch. Dies spiegelt sich in der geringeren Populationsgrösse dieser Art und in der Farbe ihrer Exkremente wider, die weisslicher als die durch Krill orange gefärbten
Ausscheidungen von Adélie- und Zügelpinguin sind.

Die Zeit der Aufzucht ist ca. ein Monat länger als bei den Adélies - die gesamte Fortpflanzungszeit erstreckt sich über 120-145 Tage. Dieser Zeitraum ist für die Antarktis gefährlich lang und erklärt vielleicht, warum sie auf der Antarktischen Halbinsel kaum weiter südlich als 65 Grad brüten.

Goldschopfpinguin

lateinisch: Eudyptes chrysolophus
englisch:. Macaroni Penguin
Alter bis:10 Jahre
Grösse ca:55cm
Gewicht: 4-5kg
Anzahl:
Nahrung: Krill Krebstiere, Tintenfisch
Feinde:
entdeckt durch:
Verbreitung: Antarktische Halbinsel
Besonderheiten: in der Roten Liste gefährdeter Arten

Der Goldschopfpinguin hat seinen Namen von den gelb-orangenen Federschöpfen (=Goldschopf) an der Seite ihres Kopfs. Sie haben eine Grösse von 70 cm und ein durchschnittliches Gewicht von 4.2 kg. Ihr Vorkommen ist auf die Inseln der Antarktis und Subantarktis beschränkt,
dort trifft man sie aber zu Millionen an, wie auf der Heardinsel und auf Südgeorgien. Der Gesamtbestand wird auf 15 Mio Tiere geschätzt.

Die Goldschopfpinguine verbringen den Winter auf See und kehren zur Paarungszeit in ihre Kolonien zurück, wo das Weibchen zwei Eier legt, aber meistens nur das zweite, grössere Ei erfolgreich ausbrütet. Nach dem Schlüpfen wird das Junge vom Männchen beschützt, während das Weibchen auf Nahrungssuche ist und immer wieder mit Krill zum Nest zurückkehrt. Später suchen beide Elternteile mach Nahrung bis das junge Ende des Südsommers das Nest verlässt.


Felsenpinguin

lateinisch: Eudyptes chrysocome
englisch:. Rockhopper Penguin
Alter bis: 20 Jahre
Grösse ca: 55cm
Gewicht: 3kg
Anzahl: 3.5 Mio
Nahrung:Krill und Fische
Feinde:
entdeckt durch:
Verbreitung: insbesondere Macquarie
Besonderheiten: Nest aus Kieselsteinen

Auch der Felsenpinguin ( Eudyptes crestatus ) gehört zu den Schopfpinguinen - er ist der kleinste unter den antarktischen Pinguinen.

Sie brüten südlich und nördlich der antarktischen Konvergenz und bevorzugen klippen und Schutthalden - deshalb auch der Name Felsenpinguin. Die Grösse ist nur 47 cm und das Gewicht 2.5 kg. Oft findet man sie zusammen mit den verwandten Goldschopfpinguinen, die ein sehr ähnliches Brutverhalten haben. Felsenpinguine gehören zu den agressivsten Pinguinen.

Haubenpinguin

lateinisch: Eudyptes chrysolophus schlegeli
englisch:. Royal Penguin
Alter bis:10 Jahre
Grösse ca:60cm
Gewicht: 5kg
Anzahl: 1.5 Mio.
Nahrung:
Feinde:
entdeckt durch:
Verbreitung: Macquarie
Besonderheiten: in der Roten Liste gefährdeter Arten

Der Haubenpinguin (Eudyptes schlegeli) ist eng mit dem Goldschopfpinguin verwandt - er hat auch die ähnliche gelborange Federn , die von der Schnabeloberseite bis zur Kopfmitte reichen.

Er erreicht eine Grösse von 60cm und ein Gewicht von ca. 6kg. Die Lebenserwartung liegt bei etwa 10 Jahren. Der Lebensraum in der Antarktis beschränkt sich auf die Macquarie-Insel.

Flora der Antarktis

SYSTEMATK (nur Blütenpflanzen der Antarktis)

Ordnung Poales ( Süssgrasartige )

Familie Poaceae (Süssgräser)

Gattung Deschampsia (Schmielen)

Antarktische Schmiele (Deschampsia antarctica)

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Ordnung Caryophyllales ( Nelkenartige )

Familie Caryophyllaceae (Nelkengewächse)

Gattung Colobanthus

Antarktische Perlwurz (Colobanthus quitensis)

Blütenpflanzen

Es sind nur 2 Arten einheimischer Blütenpflanzen bekannt und sie gedeihen ausschliesslich auf der Antarktischen Halbinsel bis etwa 68°21' Süd.

Antarktische Schmiele
lat: Deschampsia antarctica
engl. Antarctic hair grass

Die häufigere Antarktische Schmiele ist ein Gras und wächst an geschützten Stellen, wo Moos-Flechten Gemeinschaften ihre Ansiedlung ermöglichen. Am üppigsten wächst das Gras auf den South Shetlands und den South Orkneys.


Antarktische Schmiele (Deschampsia antarctica

Antarktische Perlwurz
lat;Colobanthus quitensis
engl. Antarctic pearlwort

Die zweite antarktische Blütenpflanze ist die Antarktische Perlwurz (Colobanthus quitensis) engl. Antarctic pearlwort Es ist ein Nelkengewächs und weniger verbreitet, besiedelt aber die gleichen Habitate.

Auf Südgeorgien gibt es noch weitere Blütenpflanzen.

Flechten

Jede Flechte ist aus zwei Lebensformen aufgebaut, einer photosynthetisch aktiven Grünalge und einem Pilz, einem nicht aktiven Konsumenten. Die Grünalge stellt durch Photosynthese Energie für sich selbst und den Pilz bereit, der im Gegenzug Schutz, Feuchtigkeit und die nötigen
Mineralstoffe bietet. Die reichsten Flechtenvorkommen liegen auf der geschützten Westseite der
Antarktischen Halbinsel. Die Anzahl Arten lässt sich nicht exakt bestimmen - man schätzt gegen 100 Arten. Die Flechten wachsen ausserordentlich langsam, der Durchmesser nimmt in 100 Jahren nur 10 bis 16 Millimeter zu.


Bartflechte (25p) - Becherflechte(24p) - Wandflechte(10p)


Moose

Moose können unter fast gleich extremen Bedingungen wie Flechten überleben, doch genügt ihnen meist nicht der nackte Fels. Sie benötigen wenigstens kleine Flecken sandiger Böden. Besonders gut gedeihen sie in der Umgebung von Brutkolonien, wo Vogelkot und Nistmaterial die Bodenstruktur verbessern. Die Laubmoosarten - etwa 45 verschiedene Arten - sind ebenfalls vorwiegend auf der Antarktischen Halbinsel anzutreffen. Zwei typische und dominierende Arten sind: Polytrichum alpestre Chorisodontium aciphyllum. Neben den Laubmoosarten gibt es auch noch fünf Arten der nahe verwandten Lebermoose

Algen

In der Antarktis gibt es auch zahlreiche Arten einzelliger Algen. Ein besonders interessantes Phänomen sind einzellige Algen auf der Antarktischen Halbinsel, die in Schneewehen und Gletschern leben (Kryoplankton). Das Vorkommen beschränkt sich auf Gebiete, wo der Schnee
im Sommer mit Schmelzwasser gesättigt werden kann. Wenn er taut, kommen die Algen als rote und grüne Flecken zum Vorschein.

Diatomeen (Kieselalgen)

Kieselalgen sind Einzeller - das typische Merkmal ist eine Zellwand, die durch Kieselsäureeinlagerungen verstärkt ist. Von den etwa 10'000 Diatomeenarten kommen ungefähr 100 in der Antarktis vor. Ihr Durchmesser variiert zwischen weniger als 10 und etwa 100 Mikrometern. Ihr Vorhandensein lässt sich nur durch Messungen der Chlorophyllkonzentration in Wasserproben ableiten. Einige Diamoteen leben und wachsen eingefroren im Packeis, das sich jeden Winter bildet. Sie können in sehr hoher Dichte vorkommen - bis zu einer Million Zellen pro Liter Wasser. Während der Diatomeenblüte wird das normalerweise klare Meerwasser mahagonifarben

Gebiete unter besonderem Schutz

SSI-Gebiete sind Gebiete von besonderem wissenschaftlichem Interesse
(Site of Special Scientific Interest).

In diesen Gebieten wird die wissenschaftliche Arbeit geschützt, nicht aber das Gebiet als solches, d.h. die Beschränkungen sind aus Sicht des Naturschutzes ziemlich locker.

Eine weitere Variante wurde deshalb von Australien vorgeschlagen, die SMA-Gebiete. Das sind besonders verwaltete Gebiete (Specially Managed Areas). Diese gegenüber der SSSI verschärften Bestimmungen könnte für grosse Gebiete der Antarktis ausgesprochen werden, um einen Mindestschutz zu garantieren. Die wissenschaftliche Forschung wäre in
diesen Gebieten ermöglicht, aber andere Eingriffe würden unterbunden.

Folgende Gebiete der Antarktis wurden als SSSI-Gebiete ausgeschieden:

1. Cape Royds
2. Arrival Heights - Ross Island?
3. Barwick Valley
4. Cape Crozier
5.Fildes Peninsula
6. Byers Peninsula
7. Haswell Island
8. Westl. Küste von Admiralty Bay, King George Is
9. Rothera Point
10. Caughley Beach
11. Tramway Ridge, Mount Erebus
12. Canada Glacier
13. Potter Peninsula
14. Harmony Point
15. Cierra Point und nahegelegene Inseln
16. Bailey Peninsula, Budd Coast
17. Clark Peninsula, Budd Coast
18. White Island, Mc Murdo Sound
19. Linnaeus Terrace
20. Biscoe Point
21. Küste von Port Foster
22. Yukidori Valley
23. Svarthamaren Mountain
24. Gipfel des Mount Melbourne
25. Marine Plain
26. Chile Bay
27. Port Foster
28. South Bay, Doumer Island.

SPA-Gebiete sind Gebiete unter besonderem Schutz (Specially Protected Area)

Es handelt sich dabei einzigartige Oekosysteme oder Gebiete von besonderem Interesse. Die Zuweisung als SPA-Gebiet schränkt Zutritt und alle weiteren Aktivitäten ein.

Es gab auch schon Vorschläge, Gebiete des Südpolar Meers als SPA-Gebiete auszuweisen, doch diese Pläne wurde von den Ländern mit grossen Fischfanginteressen in der Antarktis blockiert, mit dem Argument, das dies dem Recht der Staaten auf freien Zugang auf hoher See widerspreche.

Folgende Gebiete der Antarktis wurden als SPA-Gebiete ausgeschieden:

1. Taylor Rookery, Mac Robertson Land
2. Rookery Islands, Holme Bay
3. Adery Island und odbert Island
4. Sabrina Island in den Balleny Islands
5. Beaufort Island, Ross Sea
6. Cape Crozier, Ross Island
7. Cape Hallett, Victoria Land
8. Dion Islands, Marguerite Bay
9. Green Island in den Berthelot Islands
10. Byers Peninsula, Livingston Islands
11. Cape Shirreff, Livingston Island
12. Fildes Peninsula, Livingston Island
13. Moe Island in den South Orkneys
14. Lynch Island in den South Orkneys
15. Southern Powell Island und angrenzende Inseln in den South Orkneys
16. Lichfield Island
17. Nördlicher Teil von Coronation Island in den South Orkneys
18. Lagotellerie Island
19. New College Valley

Antarktis-Knigge

Die Antarktis ist ein sehr empfindliches Oekosystem und deshalb hier einige Verhaltensregeln für Landgänge. Naturliebhaber sollten sich tiergerecht verhalten. Auch wenn Pinguine "handzahm" erscheinen, so stehen sie doch unter argem Stress und verbrauchen viel Energie. Einige Arten wie die Eselspinguine fliehen - wieder andere wie die Skua greifen an. Die Anweisungen des Reiseleiters sollten strikte zu befolgt werden und darüber hinaus folgende Regeln beherzigen:

  • Abstand halten - besonders zu nistenden Tieren. Küken fliehen bei einigen Metern Entfernung panisch und brütende Tiere verlassen bei zu grosser Annäherung das Nest, was meist den Verlust des Geleges bedeutet. Niemals Vogelkolonien durchqueren oder einzelne Tiere oder Gruppen vom Wasser oder Nistplatz abschneiden.
  • Unauffällige Bewegungen, keine Hastigkeit, kein Rufen.
  • Die wenigen Pflanzen - wie Moospolster - nicht betreten. Das Antarktische Oekosystem ist hochsensibel und es braucht Jahre für die Erholung.
  • Keinen Müll - wie Zigarettenkippen oder Papiertaschentücher - hinterlassen. Wieder alles an Bord zurücknehmen.
  • Keine Lebensmittel auf den Landgang mitnehmen
  • Niemals die Gruppe verlassen
  • Historische Hütten und Forschungsstationen nur in Begleitung eines offiziellen Vertreters besuchen.

Greenpeace

Die Leistungen von Greenpeace in Zusammenhang mit dem Schutz der Antarktis sind enorm. Selbst wenn der totale Schutz der Antarktis als "Weltpark Antarktis" für alle Zeiten (noch) nicht erreicht wurde, wurde mit dem Umweltprotokoll doch ein beachtlicher Teilerfolg erreicht.

Die Aktionen von Greenpeace waren immer spektakulär und aussergewöhnlich. An dieser Stelle sollen nur einige Beispiele von vielen aufgezählt werden.

  • Unterhalt der Antarktisstation von 1986 bis 1993 in unmittelbarer Nähe der US-Hauptstation Mc Murdo und Kontrolle ob die Umweltnormen der Antarktis eingehalten werden
  • Verhinderung eriner Start/Landebahn für Flugzeuge bei der Station Dumont d'Urville in unmittelbarer Nähe von einem Brutgebiet für Kaiserpinguine.
  • Kontrolle über die Einhaltung des Walfangverbotes im Südpolarmeer
  • Kontrolle Fischfang im Südpolarmeer
Die Expeditionen mit eigener Station Worldpark Antarctica

1986 1987 1988 1989 1991 1992 1993

Dieser Beleg stammt von der Greenpeace Base, abgeleitet über die
US-Station Mc Murdo aus dem Jahr 1990/91





Dieses Cachet samt Vignette stammt aus dem Jahre 1991/92

Sporttourismus

Antarktismarathon


Erstmals wurde der Antarktis Marathon (und ein sog. Half-Marathon) 1997durchgeführt.






Dieser Marathon wurde 1999 durchgeführt und das Cachet stammt von einem
belgischen Teilnehmer. Sinnigerweiser heisst es : the last Marathon.




Bergsteigerexpeditionen

Zu den ersten Bergen, die von Polarforschern bestiegen wurden gehört der Vulkan Mount Erebus (3795m).

1966 bestieg eine amerikanische Bergsteigergruppe erstmals den höchsten Berg der Antarktis - den Mount Vinson (5140m). Von dieser Expedition stammt der nachfolgende Brief.



Die oesterreichische Himalayagesellschaft entsandte 1983/84 eine vierköpfige Bergsteigergruppe unter Ing. Bruno Klausbruckner zur Heard Insel, um den 2745m hohen Big Ben zu besteigen. Sie erreichten die Heard Insel am 5.Feb. 1984 mit dem Schiff Cheynes II. und diese ANTEX 1 genannte Expedition bestieg erfolgreich den Berg.

Zwei Jahre später versuchte es 6-köpfige Expeditionsgruppe unter Ing. Bruno Klausbruckner den 4163m hohen Mount Minto im Nordviktorialand zu besteigen. Der Weg führte von Wien (12.12.1985) nach Hobart/Tasmanien, wo sie die Southern Quest Richtung McMurdo Sound bestiegen. Das Schiff sank am 12. Jan. 1986 nach einer starken Eispressung. Sie wurden von
US-Helikoptern gerettet und kehrten am 18. Jan 1986 nach Wien zurück, ohne das Ziel erreicht zu haben. Deshalb versuchten sie es ein Jahr später nochmals und starteten am am 20. Nov. 1986 von Wien nach Christchurch/NZ. Das norwegische Schiff Aurora sollte sie in die
Antarktis bringen, doch wegen Terminproblemen (erst sass das Schiff im Eis fest - dann musste sie eine norwegische Expedition zur Peter-I Inseln bringen) war dies nicht möglich und ein Ersatzschiff stand nicht zur Verfügung - so mussten sie wieder die Heimreise antreten.

Im Dezember 1986 bestiegen gleich 2 Bergsteigergruppen den Mount Vinson : Dr. Gerhard Schmatz (Deutschland) mit Stefan Wörner (Schweiz) und Reinhold Messner (Italien) mit Oswald Oelz (Schweiz). Beide Expeditionen wurden mit einer Twin Otter des Piloten Giles Kershaw von Punta Arenas üner Teniente Marsh (King George Island) und Carvajal (Adelaide Island) zum Ellsworth Gebirge geflogen.





Die Erstbesteigung aller höchsten Berge eines jeden Kontinents gelang erstmals 1986 dem Zweierteam Gerhard Schmatz Deutschland und dem Schweizer Stefan Wörner - einige Tage vor dem Südtiroler Reinhold Messner.




Mount Vinson

Die nachfolgenden Beispiele zeigen alle die Besteigung des Mount Vinson - der höchste Berg der Antarktis. Flug von Punta Arenas über die chilenische Station Edouardo Frei nach Patriot Hills. Von dort Aufstieg zum Vinson Massiv - organisiert durch ein Reiseunternehmen


Flug von Punta Arenas über die chilenische Station Edouardo Frei nach Patriot Hills. Von dort Aufstieg zum Vinson Massiv - organisiert durch ein Reiseunternehmen





Besteigung aus Anlass "100 Jahre erste belgische Antarktisexpedition" 1997-98






Besteigung je des höchsten Berges eines jeden Kontinents Mount Vinson Antarctica - the last summit




Transantarctica - Private und gesponserte Antarktisdurchquerungen


Transantarctica von Reinhold Messner und Arved Fuchs




1997 gab es eine Antarktisdurchquerung von der ehemaligen belgischen Station Baudouin über den Südpol zur Station Mc Murdo. Diese Station ist darum immer Endstation, weil die Leute auch wieder in die Zivilisation zurückgeflogen werden müssen.





Diese Antarktisdurchquerung von Niederländern stammt von 1998/99 und führte von der russischen Station Novolazarewskaya über den Südpol zur amerikanischen Station Mc Murdo.

Walfang

Der gewerbsmässige Walfang ist heute im Bereich der Antarktis verboten - wird aber in geringerem Masse unter dem Deckmantel "zur wissenschaftlichen Forschung" weiterhin betrieben.

Früher wurden die Wale besonders wegen ihres Fettes (Walöl) und des Fischbeins (Bartenwale) gejagt - heute ist es besonderes wegen dem profitablen Handel mit dem als Delikatesse geltenden Walfleisches.

Auch bei der Fangmethode hat sich einiges geändert - früher wurden die Wale an Land (z.B. Grytviken Südgeorgien) verarbeitet, aber bereits ab 1924 wurden sog. Walfangmutterschiffe mit Kochereien zur sofortigen Verarbeitung auf der See eingesetzt, was zur Folge hatte, dass innert 7
Jahren die Walölproduktion um das 7-fache gesteigert wurde. Die Walölpreise brachen ein und die Walfänger kamen überein, ein Jahr nicht auszufahren.

Die erste Hälfte des 20. Jahrhunderts waren die südlichen Ozeane die grössten Walfanggründe der Welt. Die Jagd war so intensiv, dass die Population am Ende des 20.Jahrhundert bei den Blauwalen weniger als 1%, bei den Buckelwalen 3% und bei den Finnwalen 20% der ursprünglichen Populationsgrösse liegt.

Jedem Walfangmutterschiff - ein Fabrikschiff mit Öffnung im Heck, um den Wal auf das Schlachtdeck zu hieven - standen bis 10 wendige Walfangboote mit einer Harpunenkanone zur Seite. Auf modernen Schiffen wurde ein Wal innert einer Stunde komplett verwertet. Während dem 2. Weltkrieg kam der Walfang fast zum erliegen.

1946 wurde die internat. Walfangkommission gegründet und gewisse Wale (Grössenvorgabe, keine Muttertiere) wurden in der Antarktis geschützt. 1975 wurde die Fangregelung weiter verschärft - viele Nationen zogen sich zu diesem Zeitpunkt aus dem Walfang zurück, weil der industrielle Fang nur noch bei Zwergwalen lohnte. 1986 trat ein fünfjähriges Walfangmoratorium in Kraft, welches seit 1991 jährlich verlängert wird. 1994 wurde eine 18 Mio km2 grosse Fläche im Bereich der Antarktis zum Walschutzgebiet erklärt

Walfang-Mutterschiffe mit Kochereien
Schiffsname Land Baujahr BRT
Kyokuyo Maru 2 Japan 1943 16433
Kyokuyo Maru 3 Japan 1946 20475
Nisshin Maru Japan 1951 16811
Nisshin Maru 2 Japan 1937 27035
Nisshin Maru 3 Japan 1947 23406
Tonan Maru Japan 1938 19308
Tonan Maru 2 Japan 1951 13792
Sovjetskaja Ukraina UdSSR 1959 32024
Sovjetskaja Rossija UdSSR 1961 32024
Thorshavet Norwegen 1947 19168
Thorshovdi Norwegen 1948 18361

Walfang in der 1. Hälfte des 20. Jahrhunderts.
Jahr * Anzahl Wale * Fass Walöl * Anz. Landstationen * Anz.l Kochereien*Anz. Fangboote
1905/06 * 582 * 16202 * 1 * 1 * 4
1910/11 * 10230 * 291169 * 6 * 14 * 48
1915/16 * 11792 * 558806 * 7 * 11 * 57
1920/21 * 8448 * 390627 * 6 * 8 * 47
1923/24 * 7271 * 464678 * 6 * 14 * 66
1930/31 * 40201 * 3608348 * 6 * 41 * 232
1931/32 * 9572 * 808560 * 2 * 5 * 45
1932/33 * 24327 * 2456462 * 1 * 17 * 118
1937/38 * 46039 * 3340330 * 2 * 31 * 256
1942/43 * 998 * 50960 * 1 * - * 6
1946/47 * 25593 * 1939742 * 3 * 15 * 147
1951/52 * 35237 * 2479180 * 3 * 20 * 289

Midwinter-Winterover

Midwinter

Wie übrigens auch in allen Gebieten der Arktis, so spielt auch in der Antarktis der Midwintertag (Mittwintertag) eine wichtige Rolle. Die Antarktis auf der Südhalbkugel der Erde hat diesen kürzesten Tag am 21. Juni - genau dann, wenn bei und auf der Nordhalbkugel der längste Tag
ist. Man kann den Midwintertag auch als den "höchsten Feiertag der Antarktis" bezeichnen und die Feierlichkeiten werden auf den meisten Stationen von den Überwinterern von langer Hand vorbereitet und mit einem Festessen gebührend gefeiert.

Viele Polarstationen liegen südlich des Polarkreises, d.h. die Sonne verschwindet schon vorher für Wochen - manchmal für Monate. Wenn nun die Sonne das letzte Mal über dem Horizont erscheint, gibt es ebenfalls eine Abschiedszeremonie.

Seit Eisenhower im Jahre 1959 erhalten Personal und Forscher der Antarktisstationen jedes Jahr am 21. Juni eine "Midwinters Day Message" . Die Absicht soll eine Steigerung der Moral und das Interesse des amerikanischen Volkes an der Antarktisforschung sein

Winterover

Die Antarktis ist für den Menschen nie ein Aufenthaltsort für für das ganze Leben. Die meisten halten sich nur während den hellen Sommermonaten dort auf - nur wenige überwintern dort. Besonders im Landesinnern ist eine Evakuation bei Krankheit und Unfall auch heute ein
hoch riskantes Unterfangen.

Die grösseren Stationen sind heutzutage ganzjährig mit mindestens ca. 10 Personen besetzt, darunter jeweils ein Arzt. Früher wurde der Winter oft auf einem Schiff im Packeis verbracht. Die bekanntesten Überwinterungen aus früheren Zeiten sind:

  • 1821 Capt. Clark mit seiner Mannschaft an Bord der Lord Melville
    auf den South Shetlands
  • 1898 de Gerlache mit seiner Mannschaft an Bord der Belgica
  • 1899 Borchgrevink in Cape Adare (erste absichtliche Überwinterung)
  • 1902 Nordenskjöld mit seiner Mannschaft, absichtlich auf Snow Hill Island
  • 1902 Scott absichtlich auf Ross Island
  • 1902 von Drygalski gezwungenermassen an Bord der Gauss
  • 1903 Nordenskjöld gezwungenermassen, weil sein Schiff durch Eis zerdrückt
  • 1903 Bruce mit seiner Mannschaft auf Laurie Island
  • 1903 Scott ein zweites Mal erzwungenermassen, weil sein Schiff Discovery vom Eis eingeschlossen
  • 1904 Charcot auf Booth Island
  • 1908 Shackleton während der British Antarctic Expedition 1907-09
  • 1909 Charcot auf Petermann Island

Die ersten überwinternden Frauen waren wahrscheinlich Frauen von Walfängern auf Deception um 1910. Bei den Polarforschern waren es Edith Ronne und Jennie Darlington während der RARE 1948. Die erste überwinternde Frau am Südpol war Dr. Michele Raney 1979.

Die erste Überwinterung am Südpol war 1957 : 18 Männer und ein Hund. Richard Byrd überwinterte 1934 alleine auf einer abgelegenen Wetterstation.

Gebietsansprüche

Die politische Grenze der Antarktis ist also eindeutig der 60. Breitengrad. Vorher gehe ich aber noch auf die wenigen Inseln zurück, welche nördlich dieser Linie liegen, aber südlich der Meinardus-Linie sind und deshalb auch zur Antarktis gehören (=siehe Geographie/Grenzender Antarktis)






Gebiet beansprucht von Dekret vom Besitznahme

  • South Georgia Grossbritannien 21.07.1908 1775
  • South Sandwich Grossbritannien 21.07.1908 1775
  • Bouvet Norwegen 23.01.1928 1928
  • Heard Australien 26.12.1947 1908 brit.
  • Macquarie Australien 1825 1825

Die Ansprüche auf Gebiete südlich des 60° Breitengrades, jedoch von USA, Russland/UdSSR, China, Indien usf. nie anerkannt:

Gebiet beansprucht von Dekret vom Besitznahme

  • Sektor 20°W-80°W 1) Grossbritannien 26.02.1962
  • Sektor 25°W-74°W 1) Argentinien 02.09.1946 1820
  • Sektor 53°W-90°W 1) Chile 06.11.1940 1540
  • Sektor 20°W-45°E Norwegen 14.01.1939 1927
  • St.Peter-I.-Insel=68°50'S-90°30'W Norwegen 01.05.1931
  • Sektor 136°E-142°E Frankreich 27.03.1934 1840
  • Sektor 45°E-136°E Australien 24.08.1936 1909
  • Sektor 142°E-160°E Australien 24.08.1936 1909
  • Sektor 160°E-150°W Neuseeland 30.07.1923 1841
  • Sektor 90°W-150°W

ausgenommen Peter-I. kein Anspruch 2)

1. der Sektor von Grossbritannien - Argentinien - Chile wird z.T. mehrfach beansprucht:

  • 20°W-25°W nur Grossbritannien
  • 25°W-53°W von Grossbritannien und Argentinien
  • 53°W-74°W von Grossbritannien, Argentinien und Chile
  • 74°W-80°W von Grossbritannien und Chile
  • 80°W-90°W nur Chile

2. der Sektor 90°W-150°W wurde für die USA reserviert, aber nie von ihr beansprucht.

Die einzelnen Länder begründen ihre Ansprüche so: (nur südl. 60.°)

Grossbritannien: stützt seine Ansprüche auf die Besitzergreifungen bei Forschungsreisen früherer Zeit, so 1819 die Süd-Shetlands durch Kapitän Smith, 1821 die Süd-Orkneys durch Powell und zu Beginn dieses Jahrhunderts, als der Walfang im südlichen Eismeer zunahm mit der Errichtung der "Falkland Islands Dependency". Grossbritannien hat für die Erforschung der Grahamland-Region sehr viel getan und unterhält mehrere Ganzjahres-Stationen.

Argentinien:stützt seine Ansprüche durch seine Verwaltungsschritte in dieser Region, durch den wissenschaftlichen Nachweis, dass Grahamland und die vorgelagerten Inseln die direkte natürliche Fortsetzung Südamerikas darstelle und dass Argentinien der nächste Anlieger ist. Die Verwaltungsmassnahmen: mehrere Ganzjahres-Stationen, Die argentinische Antarktis führt den
offiziellen Namen "Antartida Argentina" und untersteht der Seeverwaltung von Feuerland in Ushuaia, mehrere Leuchtfeuer, seit 1904 Postamt in Orcadas - weitere folgen 1947 und 1948, viele wissenschaftliche Expeditionen.

Chile: stützt seine Ansprüche durch den Hinweis auf die historische Kontinuität, auf seine Lage als Anliegerstaat, auf die verwaltungsmässigen Einrichtungen in diesem Gebiet und dem
wissenschaftlichen Nachweis, dass Grahamland die Fortsetzung der Anden sei. Die Verwaltungsmassnahmen: 3 Ganzjahres-Stationen in der Antarktis (der Armee unterstellt), das chilenische Territorium trägt den Namen "Territorio Antartico Chileno" und untersteht verwaltungsmässig der Provinz Magallanes mit Sitz in Punta Arenas, Chile hat mehrere Leuchtfeuer und Postämter in der Antarktis - die Postämter unterstehen dem Postbezirk Punta Arenas.

Norwegen: begründet seine Ansprüche auf die beiden Inseln Bouvet und Peter I. durch die Tatsache der ersten Landung und Flaggenhissung, sowie durch die genaue Vermessung und Kartierung der Inseln. Die Bouvet-Insel wurde am 1.12.1927 und die Peter-I. Insel am 2.2.1929 unter norwegischen Schutz gestellt, die formelle Annexion erfolgte erst 1933, der atlantische Sektor selbst kam 1939 unter norwegische Staatshoheit. Norwegen besitzt einen
grossen Anteil an der Erforschung der Antarktis: einerseits Erforschung durch private Reeder wie Lars Christiensen und dessen Expeditionen zur Entdeckung der Küsten von von 20°W bis 90°O - andererseits die Ersterreichung des Pols durch Roald Amundsen im Jahre 1911.

Frankreich: stützt seine Ansprüche auf die Tatsache der Entdeckung und Besitzergreifung im Jahre 1840. Frankreich regelte die verwaltungsmässige Angliederung , als diese Gebiete 1925 dem Gouverneur von Madagaskar unterstellt wurden. Die Verwaltungsmassnahmen: Das französische Südpolargebiet führt amtlich den Namen "Terre Adélie" , unterstand zuerst dem
Generalgouverneur von Madagaskar als Dependence und seit April 1954 direkt dem "Ministère de la France d'Outre-Mer" in Paris, Radiotelegraphische Station und Postamt seit 1949/52.

Australien: Die Ansprüche gründen sich auf die Tatsache, dass es australische Expeditionen waren, die diese Gebiete erforscht haben und dass Australien der natürliche Anlieger der südwärts gelegenen antarktischen Küste ist. die Verwaltungsmassnahmen: 3 Ganzjahres-Stationen auf dem antarktischen Festland, das Gebiet führt den offiziellen Namen "Austalian Antarctic Territory" und untersteht direkt der australischen Bundesregierung.

Neuseeland: Die aktive Beteiligung Neuseelands an der Erforschung der Antarktis begann anfangs Jahrhundert mit der Teilnahme an australischen und britischen Expeditionen. Ausserdem waren die Häfen der Südinsel (Lyttelton, Chalmers) Ausgangspunkt von Expeditionen. Seit den Expeditionen Scotts und Shackletons hatte Grossbritannien grosses Interesse an Süd-Victoria Land und dem Ross-Schelfeis. 1923 erfolgte die Errichtung der Ross-Dependency, die aus rein verwaltungstechnischen Gründen der Regierung von
Neuseeland unterstellt wurde.

Staaten, welche keine Ansprüche mehr stellen:

Sowjetunion (heute Russland): hat keinerlei territorialen Ansprüche angemeldet. Doch wurde 1950 ein Memorandum der Regierung der Sowjetunion veröffentlicht, das ihre Zuziehung bei
territorialen Verhandlungen verlangt. Sie stützte ihre Ansprüche auf antarktische Gebiete auf die Erstentdeckung 1820 durch Bellingshausen. Aus diesem Grund hat sie die norwegischen
Erwerbungen nicht anerkannt und gegen die chilenische und argentinische Okkupation protestiert.

USA : Zwar haben Byrd 1929 von Marie-Byrd Land und Ellsworth vom American Highland 1939 im Namen der Vereinigten Staaten Besitz ergriffen, doch hat der amerikanische Kongress diese Okkupation nicht bestätigt. Die Regierung der USA hat wiederholt erklärt, dass sie die Annexionen im Südpolargebiet nicht anerkennt und die gesamte Antarktis "terra nullius" sei und unter die gemeinsame Verwaltung der Vereinten Nationen gestellt werde. Der Sektor 90°W
bis 150°W wurde zu einem frühen Zeitpunkt (vor Inkrafttreten des Antarktisvertrages) als Sektor der USA gehandelt.

Inspektionen

Das Recht gegenseitiger Kontrollen und Inspektionen ist im Artikel VII des Antarktisvertrages von 1961 geregelt, welcher lautet:
" Mitgliedsstaaten haben das Recht, Beobachter zu benennen, die Inspektionen von Stationen und von vor Anker liegenden Schiffen sowie Luftbeobachtungen durchführen können und jederzeit völlig freien Zugang zu allen Gebieten der Antarktis haben. Die Mitgliedsstaaten informieren sich untereinander über ihre Expeditionen und Stationen. Diese Berichterstattung findet einmal im Jahr im Oktober zwischen allen Vertragsparteien statt. "

Beispiel einer solchen Inspektion 1988 durch Russland (ex UdSSR)

Das Inspektionsteam umfasste 8 Personen und verliess St. Petersburg (damals Leningrad) am 28.10.1988 an Bord einer Illyushin 500 Richtung Antarktische Halbinsel. Das erste Ziel war der Flugplatz Eduardo Frei (damals Teniente Marsh) auf King George Island, den sie am 9.11.1988
erreichten. Das Inspektionsteam besuchte 22 Antarktisstationen von 17 Mitgliedsländern des Antarktisvertrages.

Der erste Stützpunkt war die Station Bellingshausen (Russland) und von dort wurden zwischen dem 9. und 11. Nov. besucht:: Great Wall (China) - Arctowsky (Polen) - Comandante Ferraz (Brasilien) - Jubany (Argentinien) - King Sejong (Südkorea) - Artigas (Uruguay) - Teniente Marsh (Chile) - Marambio (Argentinien) [ diese Stationen liegen alle auf King George Island und
wurden zwischen dem 9. und 11. November besucht]

Mit einem Flugzeug AN-74 gelangten sie nach dem 2. Stützpunkt Novolazarewskaya (Russland) und von dort wurden die Stationen Georg Forster ( Deutschland, damals DDR) - Dakshin Gangotri (Indien) - Halley (Grossbritannien) - Georg von Neumayer (Deutschland damals Bundesrepublik) - SANAE (Südafrika) besucht. Der nächste Stützpunkt war Molodjoshnaya (Russland) und von dort wurden zwischen dem 21. und 25. November folgende Stationen besucht: Mawson (Australien), Davis (Australien) und Mirny (Russland).

Von Mirny flogen sie weiter nach McMurdo (USA), wo sie anschliessend eine Hercules zur
Amundsen-Scott South Pole Station (USA)* brachte. Nach dem Rückflug wurden die Stationen McMurdo (USA) und Scott Base (Neuseeland) besucht. Mit einer Hercules der Royal New Zealand Air Force erreichten sie am 2.12.1988 Christchurch in Neuseeland. Der Rückflug nach Russland erfolgte wieder mit einer russischen Ilyushin 500.


Inspektion der australischen Station Mawson durch die ehemalige Sowjetunion (Russland)





Inspektion der russischen Station Mirny durch die Amerikaner Ende Januar 1958
Schiff Burton Island 31.1.1958

Zusatzübereinkommen zum Antarktisvertrag

Übereinkommen über die Erhaltung der antarktischen Robben (CCAS)

Das Übereinkommen wurde am 1. Juni 1972 von zwölf Staaten unterzeichnet und trat am 11. März 1978 in Kraft. Das Übereinkommen findet Anwendung auf die Meere südlich 60°S. Es bezieht sich auf See-Elefant, Seeleopard, Weddellrobbe, Krabbenfresserrobbe, Rossrobbe und Pelzrobbe. Der Artikel IV regelt die Erteilung von Sondererlaubnissen. Artikel V und Anlage Punkt 6 regeln den Informationsaustausch. Hiernach teilt jede Vertragspartei den anderen und SCAR Zweck und Inhalt der erteilten Erlaubnisse und später die Zahl der getöteten und gefangenen Robben mit. Es ist auch (vor dem 31. Oktober eines Jahres) mitzuteilen, wenn keine
entsprechenden Aktivitäten stattgefunden haben.

Übereinkommen über die Erhaltung der lebenden Meeresschätze (CCAMLR)

Das Übereinkommen über die Erhaltung der lebenden Meeresschätze der Antarktis (CCAMLR) wurde am 20. Mai 1980 von 14 Staaten unterzeichnet und trat am 7. April 1982 in Kraft. Gegenwärtig sind 26 Staaten und die Europäische Gemeinschaft beteiligt. Das Übereinkommen besteht aus 33 Artikeln und einer Anlage (Schiedsgericht). Es findet Anwendung auf das
Gebiet südlich von 60°S sowie auf das nördlicher liegende Gebiet bis zur Antarktischen Konvergenz.

In Artikel II wird darauf hingewiesen, dass der Begriff die rationale Nutzung erlaubt. Artikel VII richtet eine Kommission, Artikel XIV einen Wissenschaftlichen Ausschuss ein. CCAMLR - Hinter diesem Kürzel verbirgt sich die Konvention zum Schutz des Meereslebens oder auf englisch :
Convention on the Conversation of Marine Living Resources. Ihr Ziel ist der Erhalt der lebenden Meeresressourcen der Antarktis südlich des 60. Breitengrades und der Gebiete nördlich davon bis zur Konvergenz, die Teil des antarktischen Ökosystems sind. Es ist das politische Pendant
zur BIOMASS-Forschung und Teil des Antarktisvertragsystems. Greenpeace hat bei der CCAMLR den Beobachterstatus Das Abkommen brachte einen grossen Durchbruch für den Naturschutz im Meer, denn es wurde das gesamte marine Ökosystem unter Schutz gestellt
und die Fänge wurden reguliert.

Man wollte der sich schnell entwickelnden Krillfischerei entgegenwirken - Krill ist für die meisten Tierarten - so auch beim Blauwal - die Hauptnahrung. Neben der Nutzung einzelner Arten soll vor allem der Schutz des Antarktischen Ökosystems gewährleistet bleiben. Leider waren zu dem Zeitpunkt des Inkrafttretens die Fischbestände - wie Eisfisch und Marmorbarsch - bereits stark überfischt. Es wurden zwar anhand biologischer Daten sehr strenge Regulierungsmassnahmen beschlossen, doch bei Fischen mit hohem kommerziellen Wert gibt es immer wieder illegale Fangaktivitäten. Ein zusätzliches Problem ist die Langleinenfischerei, der viele bedrohte Seevogelarten zum Opfer fallen. Dieses Problem muss noch durch die CCAMLR gelöst werden.

Die CCAMLR gliedert sich in die Kommission als Entscheidungsträger mit Sitz in Hobart Australien und dem Wissenschaftsausschuss, der die Informationen sammelt und mit Empfehlungen an die Kommission weitergibt.

Das Ressourcenübereinkommen (CRAMRA)

Der Schutz der Antarktis und ihrer empfindlichen Ökosysteme vor Umweltschäden hat immer grössere Bedeutung gewonnen. Dabei standen viele Jahre die möglichen Auswirkungen von Bergbauaktivitäten auf die antarktische Umwelt im Mittelpunkt. Die 1981 nach jahrelangen
Erörterungen mit der Ausarbeitung einer vertraglichen Regelung beauftragte IV. Sonderkonsultativtagung endete 1988 in Wellington mit der Annahme des Textes für ein Ressourcenübereinkommen (CRAMRA). Es liess Exploration und Gewinnung mineralischer Rohstoffe unter sehr strengen Umweltschutzvorschriften und Kontrollen in bestimmten genehmigungspflichtigen Einzelfällen zu. Frankreich und Australien zogen sich jedoch 1989 überraschend von der CRAMRA zurück, so dass sie nicht mehr in Kraft treten konnte. Statt dessen verstärkten sich Tendenzen, für die Antarktis ein langfristiges Verbot von Bergbauaktivitäten zu fordern. Dem schloss sich auch Deutschland an, das die CRAMRA nicht
gezeichnet hatte.

Das Umweltschutzprotokoll (USP)

Das Umweltschutzprotokoll (USP) von 1991 ergänzt den Antarktisvertrag von 1959. Er will ein umfassendes Umweltschutzsystem für die Antarktis und damit den Antarktisvertrag von 1961 ergänzen und den heutigen Gegebenheiten anpassen.

Die XV. Konsultativtagung 1989 in Paris erteilte einer Sonderkonsultativtagung das Mandat zur Ausarbeitung eines umfassenden Umweltschutzsystems für die Antarktis. Innerhalb eines Jahres erzielten die 26 Konsultativstaaten des Antarktisvertrages Einigung über ein Umweltschutzprotokoll mit vier Anlagen über Umweltverträglichkeitsprüfung, Schutz der antarktischen Flora und Fauna, Verhütung von Meeresverschmutzung und Abfallbehandlung. Es wurde am 4. Oktober 1994 in Madrid unterzeichnet. Eine fünfte Anlage zu antarktischen Schutzgebieten wurde auf der XVI. Konsultativtagung 1991 in Bonn beschlossen.

Entscheidend für dieses Ergebnis war die Einigung in der brisanten und seit dem Scheitern des Wellingtoner Ressourcenabkommens (CRAMRA) von 1988 umstrittenen Frage des Rohstoffabbaues in der Antarktis. Das Umweltschutzprotokoll enthält ein Verbot von Rohstoffaktivitäten -zugleich räumt es nach Ablauf von 50 Jahren Revisionsmöglichkeiten ein.

Neben dem Verbot von Rohstoffaktivitäten enthält das Protokoll weitere Bestimmungen von massgeblicher Bedeutung für das zukünftige Umweltschutzregime in der Antarktis. Die Umweltschutzgrundsätze in Artikel 3 unterwerfen erstmals jegliches menschliches Handeln auf dem 6. Kontinent Regeln, die der überragenden ökologischen Bedeutung dieser Region für das Weltklima und den Umweltschutzinteressen der gesamten Menschheit Rechnung tragen.

Das Walfangabkommen

Dieser Vertrag wurde nicht speziell für die Antarktis geschaffen, hat aber auch für dieses Gebiet Gültigkeit. Es ist ein völkerrechtlich verbindliches Abkommen von 1946 mit heute etwa 40 Mitgliedern zum Schutz der Wale mit Regelungen der Fangquoten, Fangzeiten und Fangorte sowie Ausweisung von Walschutzgebieten.

So wurde 1994 eine 18 Mio km2 grosse Fläche im Bereich der Antarktis zum Walschutzgebiet erklärt.

IWC - Internationale Walfangkommission

Die Beratungen über ein neues Bewirtschaftungssystem kamen erneut zu keinem Abschluss. Das Verfahren zielt auf eine genaue Analyse der weltweiten Walbestände und die Kontrolle der Einhaltung von Verboten ab. Zudem sollte das neue System auch Fangquoten für gewisse Arten
ermöglichen, wenn deren Bestände als dafür gross genug eingestuft würden. Über das Verfahren wird bei der IWC seit 1992 gerungen. 1986 trat ein Walfangmoratorium in Kraft, wird aber von gewissen Staaten umgangen, weil sie sich mit juristischen Argumentationen nicht an das Verbot halten oder den eigenen Walfang als "wissenschaftlich" einstufen.

Eintrag auf einem Brief aus der Antarktis von 1987

Flugzeugeinsatz

Flugzeuge spielten ursprünglich in der Erforschung der Antarktis und später zusätzlich bei den Versorgungsflügen und den Krankentransporten eine zentrale Rolle - Allerdings waren Wetter und Treibstoffversorgung immer grosse Risiken.

Besonders die VXE-6 der amerikanischen Marine erbrachte über 44 Jahre logistische Höchstleistungen - sie wird auf der nachfolgenden Website "VXE-6" separat beschrieben.

Einige Meilensteine in der Fluggeschichte der Antarktis:

16. Nov. 1928 : Das Flugzeug in der Antarktis: Eine "Lockheed Vega monoplane", geflogen durch C.B. Eielson und Hubert Wilkins in Deception Island.

26. Nov. 1928 : 2 "Lockheed Vega monoplane" heben von Deception Island ab auf der Suche nach einem geeigneteren Stützpunkt.

20. Dez. 1928 : Wilkins und Eielson fliegen in 11 Stunden 2100 km in einer Höhe von 6000 Fuss über Grahamland (nördlicher Teil der antarktischen Halbinsel) bis zur Position 71°20'S - 64°15'W, ehe sie wieder umkehren.

10. Jan. 1929 : Wilkins und Eielson fliegen ein weiteres Mal 800km über Grahamland

15. Jan. 1929 : Byrd macht seinen ersten Antarktisflug. Byrd ist ein eigentlicher Pionier von Antarktisflügen. Seine mit Schneekufen ausgerüsteten Flugzeuge benutzt er in der Folgezeit immer öfters. Bei der ersten Antarktisexpedition 1928-1930 benutzte er 3 solcher Flugzeuge : die "Floyd Bennett", die "Virginia" und die "Star and Stripes"

27. Jan. 1929 : Byrd und Balchen fliegen quer über das Ross-Schelfeis.

29. Nov. 1929 : Der erste Flug über den Südpol durch Byrd mit der Floyd Bennett. Der Flug zum Pol und zurück dauerte 16 Stunden.

5. Dez. 1929 : Byrd entdeckt das Marie-Byrd Land mit dem Flugzeug.

7. Dez.1929 : Riiser-Larsen fliegt mit seinem Wasserflugzeug über Enderbyland - Ausgangspunkt ist sein Schiff, die "Norvegia".

22. Dez. 1929 : Riiser-Larsen entdeckt weitere Gebiete Dronning Maud Land

27. Dez. 1929 : Wilkins und Cheesman fliegen über Charcot Land

1. Feb 1930 : Wilkins und Cheesman fliegen 750 km über Graham Land

1933-35 : Zweite Expedition Byrd's : über 720'000km2 Land wird per Flugzeug erforscht.

23. Nov. 1935 bis 15. Dez. 1935 : Erster Transantarktis-Flug durch Ellsworth und Hollick.

1946-1947 : An dieser bisher grössten Antarktisexpedition werden auch 25 Flugzeuge und 7 Helikopter eingesetzt. Sechs DC-3 (Navy-Version) wurden eingesetzt. Am 15. Februar 1947 wurde mit zwei dieser Flugzeuge der Südpol überflogen. Damit wiederholte Richard Byrd seinen legendären Flug vor etwas mehr als 17 Jahren.

30. Jan. 1952 bis 10. Feb. 1952 : Erster argentinischer Langstreckenflug von Buenos Aires über Decepcion nach der Station San Martin und zurück.

15. Okt. 1957 : Erster kommerzieller Flug in die Antarktis - Ziel war die US-Station Mc Murdo

15. bis 16. Dez. 1961 Flug von Moskau über Neuseeland und Mc Murdo nach Mirnyi mit IL-18 25300km und einer Flugzeit von 44h38' - Einsatzflug

1982 : zwischen Maputo/Mozambique und der sowjetischen Hauptstation Molodjoshnaya wird eine Flugverbindung eröffnet.

4. Okt. 1989 : Das bislang grösste Flugzeug der Welt - eine C58 Galaxy - erreicht im Direktflug von Christchurch NZ die US-Station Mc Murdo

15.2.1977 = Erster kommerzieller Flug in die Antarktis





Landebahnen

Die Start- und Landebahnen sind meistens nur behelfsmässig und können vielfach nur während dem kurzen Südsommer vom November bis Januar benutzt werden. Es gibt aber auch eigentliche Flugfelder, die auch mit Grossraumflugzeugen angeflogen werden können.

Die wichtigsten von ihnen sind

Pisten in der Antarktis für Interkontinentalflüge:

Argentinien : Eine Felsenpiste bei der Station Marambio auf der Seymour Insel. Sie liegt an der Nordostküste der antarktischen Halbinsel. Die C-130 Militär-Flugzeuge starten in Rio Galegos im Süden Argentiniens.

Chile : Eine Felsenpiste nahe der Station Eduardo Frei auf der King George Insel auf den South Shetlands wird ebenfalls durch C-130 Flugzeuge vom Fluhafen Punta Arenas im Süden Chiles angeflogen. Diese Piste wird auch von Flugzeugen von Brasilien und Uruguay angeflogen, welche beide auf der King George Insel Stationen unterhalten. Die chilenische FACH fliegt auch für weitere Nationen Passagiere und Fracht, wie China, Ekuador, Südkorea, Polen und Russland.

Italien : Eine Eispiste neben der Terra Nova Bay Station kann jeweils im Oktober und November von Hercules C-130 benutzt werden.

Japan : Die japanische Syowa Station besitzt ebenfalls eine Eispiste, sie wird aber nur zeitweise im antarktischen Sommer benutzt.

Grossbritannien : Eine Felsenpiste nahe der Rothera Station auf der Aidelaide Insel - an der Westküste der Antarktischen Halbinsel . Zum Einsatz kommen De Havilland DASH 7 Flugzeuge, welche vom Flughafen in Stanley auf den Falkland Inseln starten.

USA : Die USA unterhalten nahe der Mc Murdo Station 3 Eispisten. 1.Piste: Im Frühsommer (Sept / Okt) wird jeweils eine Eispiste nahe Mc Murdo erstellt, welche durch fahrbare Flugzeuge wie die Galaxie C-5A-B, Starlifter C141B, C-17 Globemaster und Lockheed Herkules C-130 benutzt werden kann. 2.Piste: Gegen Mittsommer (Mitte Dezember) verschlechtert sich das
See-Eis und südlich von McMurdo steht eine Piste für Kufen - Flugzeuge zur Verfügung - diese Piste wird ausschliesslich durch Flugzeuge der USA benutzt. Die gleiche Piste wird für die innerantarktischen Flüge zu den einzelnen Feldlagern auf der antarktischen Hochebene und der
Südpolstation benutzt. 3.Piste: Später in der Jahreszeit (Februar) kommt eine Schneelaufbahn
auf hartem Eis noch weiter südlich von Mc Murdo zum Einsatz. Diese Laufbahn kann wieder durch schweres Material benutzt werden. Die Piste bei Mc Murdo trägt den Namen Williams Field Sie wurde ursprünglich in 2 Tagen gebaut (18. bis 20. Dez. 1955 !!) - eine 2700m lange Eispiste. Italien und besonders Neuseeland haben Stationen in der Nähe von Mc Murdo und benutzen ebenfalls diese Flugpisten.

Weitere Pisten aus früherer Zeit :

Deception Island : die erste Landebahn in der Antarktis auf dem Eis von Port Foster. Sie wurde bereits bei der Wilkin-Hearst Expedition von 1928-29 benutzt. Sie war 800m lang und sehr gefährlich.

Little America IV : hier wurde die erste Piste erstellt, welche diesen Namen auch verdiente. Sie wurde von den vielen Flugzeugen der Operation Highjump 1946-47 benutzt.

Byrd Airfield : nannte sich die kleine Piste bei der Byrd Station und sie wurde im Hinblick auf das Internationale Geophysikalische Jahr ( IGY )1957-58 erbaut.

Kiel Field : nannte sich die Piste bei Little America V - ebenfalls im Hinblick auf das Internationale Geophysikalische Jahr ( IGY )1957-58 erbaut.

Novolazarewskaya : diese Piste wurde 1985 auf einem Schneefeld erbaut - die Station gehörte der damaligen Sowjetunion. - aus Kostengründen seit anfangs 90er Jahre nicht mehr im Betrieb

Molodezhnaya : auch diese Piste war aus Schnee und Eis und wurde damals von Moskau über Maputo/Moçambique aus angeflogen - aus Kostengründen seit anfangs 90er Jahre nicht mehr im Betrieb

Dumont d'Urville : Diese geplante 1200 m lange Piste wurde nicht fertig gestellt. Gegen diese Piste opponierte die Umweltschutzorganisation Greenpeace erfolgreich, weil sie den Lebensraum
der dort ansässigen Kaiserpinguine zerstört hätte.

Notflüge

Notflug 4.8.1948 nach Macquarie Island

Die Operation nannte sich SINBAD. Der vorgesehene Start vom 24.7.1948 musste auf den 4.8.1948 verschoben werden. Ein tödlich verunglückter Ingenieur, der für die Wartung der Station zuständig war, musste ersetzt werden. Der Hinflug erfolgte von Australien - der Rückflug über die Wigram Air Force Base in Neuseeland.
Einer der ersten Notflüge Macquarie Island - Wigram Neuseeland

Notflug vom 11.7.1999 zur Südpolstation

Bei diesem Hilfsflug wurden Medikamente für die an Brustkrebs erkrankte Dr. Jerri Nielsen. Eine USAF C-141 Starlifter flog von Christchurch nonstop zum Südpol, um dort die benötigten Medikamente, aber auch Post und Verpflegung abzuwerfen. Ein KC-10 Airtanker flog der Maschine auf dem Rückflug entgegen und tankte sie in der Luft auf. Dies war notwendig, weil ein Zwischenstop in der US-Station McMurdo nicht möglich war.

Notflug vom 24.4.2001 con Christchurch nach McMurdo

Eine Hercules Maschine der Royal New Zealand Air Force musste aus verschiedenen Gründen 11 Amerikaner der McMurdo Station ausfliegen: zwei Überwinterer waren ernsthaft erkrankt und die restlichen 9 mussten wegen psychischen Problemen die Station verlassen. Das Flugzeug erreichte nach 7 Stunden mit zwei Flugzeugbesatzungen in der Dämmerung bei minus 30
Grad McMurdo. Während dem Aufenthalt von einer halben Stunde liess man die Motoren weiter laufen - nach weiteren 7 Stunden Flugzeit landete die Maschine in Christchurch.

Notflug 24.4. - 26.4.2001 Rothera GB zur Südpolstation

Eine Twin Otter der kanadischen Fluggesellschaft Kenn Borek Air startete von der britischen Antarktisstation Rothera zu einem Evakuierungsflug zur Südpolstation, um den dortigen Stationsarzt Dr. Ronald Shemenski, welcher an Gallensteinen und einer Entzündung der Bauspeicheldrüse erkrankt war, auszufliegen. An Bord war auch die neue Stationsärztin Dr.
Carliste. Die Landung am Südpol erfolgte bei minus 68°C in der Polarnacht, aber bei gutem Wetter. Der Rückflug am Folgetag erfolgte wieder nach Rothera und nach einem Tag Pause weiter über Punta Arenas Denver Colorado USA. Diese Rettung war mit Abstand riskanteste
Südpolexpedition der jüngeren Vergangenheit.

Drift -Polarschiffe

Drift der "Michail Somov" : 15 März - 26. Juli 1985

Am 9. März 1985 erreichte das Forschungsschiff die Station Russkaya. Bei starkem Sturm wurde die Station versorgt und das Personal ausgetauscht. Die Wetterbedingungen verschlechterten sich rapide und starke Eispressungen liessen das Schiff am 15.März 1985 einfrieren. Am 17. April wurden 77 Personen mit Helikoptern zur "Pawel Korchagin"
evakuiert, welches eigens aus Neuseeland bis zur Eisgrenze abgerufen wurde. Zurück blieben 53 Besatzungsmitglieder.
Im Fernosthafen Nachodka wurde der Eisbrecher "Wladiwostok" für eine Rettungsexpedition ausgerüstet: Kleider, Lebensmittel und zusätzlicher Treibstoff. Zum Einsatz kam auch ein MI-8 Helikopter.
Am 12. Juni verliess der Eisbrecher den Hafen Richtung Antarktis und übernimmt von der dort wartenden "Pawel Korchagin einen weiteren MI-8 Helikopter und weiteren Treibstoff im Austausch gegen Lebensmittel und Kleider. Am 14. Juli erreicht der Eisbrecher "Wladiwostok" die Eisgrenze und erreichte am 26. Juli nach 800km Eisfahrt die "Michail Somov". Bei
der Durchfahrt durch über 2m dickes mehrjähriges Eis wurde der optimale Weg durch einen Kosmos-Satelliten vorgezeigt, welcher Infrarotaufnahmen dazu lieferte. Zuerst musste das driftende Schiff mit Frischwasser und anschliessend mit Treibstoff, Lebensmittel und Kleider versorgt. Die Drift der Somov dauerte also genau 133 Tage, bevor sie im Kielwasser des Eisbrechers aus eigener Kraft wieder am 11. August das offene Meer erreichte. Es war der einzige Einsatz dieses Eisbrechers in der Antarktis. Für die Michael Somov war dies bereits die zweite Drift - bereits 1977 war sie während 54 Tagen vom Eis eingeschlossen.

South Shetlands

Die Inselgruppe der Süd-Shetlands wurde wahrscheinlich durch Dirk Glerritz 1599 gesichtet, 200 Jahre später war es Kapitän Smith, den es bei der Umsegelung von Kap Horn hierher verschlagen hatte, 1819 machte er gar eine Landung auf der King-George-Insel. 1820 kartierte Bransfield erstmals die Insel und gleichzeitig zogen einige Robbenfänger hierher.
Auf der King George Insel befinden sich Forschungsstationen mehrerer Länder - so auch die russische Station Bellingshausen. Die Süd-Shetland-Gruppe bildet einen langgestreckten Inselzug von 500km Länge und einer Fläche von 4662 km². Süd-Shetland besteht aus drei
Inselgruppen: Elephant und Clarence im Norden, die Inselkette von Monroe bis King-George in der Mitte und die Smith- und Low-Insel im Süden, auf Smith ist auch der höchste Berggipfel mit 2012m. Von besonderem Interesse ist die Vulkan-Insel Deception mit dem einzigen idealen
Naturhafen der Inselgruppe. Die Insel bildet einen fast geschlossenen Ring aus Laven und Tuffen und es gibt hier zahlreiche heisse Quellen.

Moose und Flechten sind die einzigen Pflanzen, von der antarktischen Vogelwelt werden hier alle Arten beobachtet, besonders Pinguine. Die Pelzrobben wurden durch die Robbenfänger im 19.Jahrhundert ausgerottet, heute beleben Weddell-Robben und Seeleoparden die schmalen Uferstrände. Die Walfänger haben hier auch Ratten eingeschleppt

Niederländische Expedition auf King George Island

Historische Polarschiffe

Australien

Aurora : Douglas Mawson 1911-14

Belgien

Belgica : Adrien de Gerlache 1897-99

Deutschland

Arkona: von Reibnitz 1874
Deutschland : Wilhelm Filchner 1910-12
Gauss : Erich von Drygalski 1901-03
Grönland : Eduard Dallmann 1873-74
Meteor : A.Merz 1925-27
Moltke : K.Schrader 1882-83
Schwabenland : Alfred Ritscher 1938-39

Frankreich

Astrolabe : J.S.C. Dumont d'Urville 1837-40
Français : J.B.Charcot 1903-05
Pourquoi-Pas? : Jean-B-Charcot 1908-10

Grossbritannien
Discovery II : 1929-31, 1931-33, 1933-35, 1935-37, 1937-39
Discovery
Endurance : Ernest Shackleton 1914-16
Erebus : James Clark Ross 1839-43
Hektoria : Hubert Wilkins 1928-29
Jane : James Weddell 1822-24
Nimrod : Ernest H.Shackleton 1907-09
Penola : John Rymill 1934-37
Quest : Ernest Shackleton 1921-22
Resolution : James Cook 1772-75
Scotia : W.S.Bruce 1902-04
Terra Nova : Robert Falcon Scott 1910-13
Tula : John Biscoe 1830-32
Williams : Edward Bransfield 1819-20
Wyatt Earp : Lincoln Ellsworth 1935-36

Japan

Kainan Maru : Choku Shirase 1911-12 historisch

Norwegen

Antarctic : Otto Nordenskjöld 1901-04
Fram : Roald Amundsen 1910-12 historisch
Jason : C.A.Larsen 1892-93, 1893-94
Norvegia : Haakon Mosby 1927-28 historisch
Thorshavn : Lars Christensen 1933-34, Klarius Mikkelsen 1934-35, Lars Christensen 1936-37

Russland

Mirnyi : Bellingshausen 1819-21Die Forschungsfahrt dauerte bis 1821 und es wurden die Peter-I Insel und die Alexander I Insel entdeckt
Vostok : Bellingshausen 1819-21Die Vostok unterstand Leutnant Michail Lazarew

USA

Jacob Ruppert : (Byrd II 1933/35)
Bear : (Byrd III 1939/41)
North Star : (Byrd III 1939/41)
Brownson : (Byrd IV 1945/47)
Burton Island : (Byrd IV 1945/47)
Cacapon : (Byrd IV 1945/47)
Canisteo : (Byrd IV 1945/47)
Currituck : (Byrd IV 1945/47)
Henderson : (Byrd IV 1945/47)
Merrick : (Byrd IV 1945/47)
Mount Olympus : (Byrd IV 1945/47)
Northwind : (Byrd IV 1945/47)
Philippine Sea : (Byrd IV 1945/47)
Pine Island : (Byrd IV 1945/47)
Sennet : (Byrd IV 1945/47)
Yancey : (Byrd IV 1945/47)
City of Beaumont : (Finn Ronne 1948)

Freitag, 29. August 2008

Übersicht zum Thema Anhang

Aktuell: Aktuelles zum Thema Antarktis -- die Themen sind im Internet zugänglich

Zahlen - Daten: Zahlen Daten Rekordwerte über die Antarktis -- eine Mischung vieler Daten.

Erste Ereignisse: Erste Ereignisse in der Antarktis oder zum Thema Antarktis

Glossar: Erklärung von Fachausdrücken zum Thema Antarktis

Eislexikon: Erklärung von Fachausdrücken zum Thema Eis

Abkürzungen: Abkürzungen zum Thema Antarktis

Zitate: Zitate zum Thema Antarktis

Halo

In früheren Zeiten verursachten Lichtphänomene am Himmel grosse Aufregung. Sie wurden als okkulte Mitteilungen gedeutet. Die Menschen bekamen Angst. Es ist ein heller Lichtkranz um die Sonne oder den Mond, innen gewöhnlich rötlich und aussen weiss, der durch Brechung oder Spiegelung des Lichts an Eiskristallen von Cirrus- oder Cirrostratus Wolken entsteht. Sonnenhalos sollte man nicht mit ungeschützten Augen beobachten!

Heute wissen wir, dass diese leuchtenden Ringe, Bögen, Pfeiler, Kreuze und Flecken am Himmelsgewölbe physikalisch-optische Phänomene sind. Sie entstehen, wenn das Licht von Sonne und Mond sich in kleinen, in der Luft schwebenden Eiskristallen bricht.

Bei guten Wetterbedingungen - klare Luft mit funkelnden Eiskristallen - kann der Himmel ein phantastisches Schauspiel bieten. Am schönsten erscheint das Halo-Phänomen in den Polarregionen, es ist aber auch auf südlicheren Breitengraden sichtbar Halo ist eine Leuchterscheinung durch Brechung des Sonnenlichts an Eiskristallen in sieben bis zehn Kilometern Höhe. Ein Haloring hat ein einen Winkelradius von 22°, bei diesem WInkel wird die minimale Ablenkung erreicht. Der Begriff Halo stammt aus dem griechischen und bedeutet soviel wie Hof. Es entsteht eine Brechung und Spiegelung der Lichtstrahlen an hochstehenden Eiskristallen.

Die Halos treten meist in hohen dünnen Wolken auf, wenn das Wetter umschlägt. Solche Beugungserscheinungen sind als Höfe auch um den Mond zu sehen.


White Out

Angenommen, man steht unter einer geschlossenen Wolkendecke, die zwar dick genug ist, um die Sonne zu verhüllen, aber doch nicht so dicht, dass sie den überwiegenden Teil des Lichtes daran hindert, bis zum Boden durchzudringen. Das Sonnenlicht, das von oben auf diese Wolkenschicht auftrifft, wird teilweise nach oben reflektiert, aber ein Grossteil wird an den zahllosen kleinen Wassertröpfchen und Eiskristallen gestreut und gelangt durch die Wolkenschicht nach unten.

Wenn nun die Erdoberfläche mit Schnee bedeckt ist, wird der grösste Teil dieses Lichtes wieder nach oben zur Wolkendecke hin gestreut. Auch von diesem Licht wird wieder ein Teil von den Wolken zurück zur schneebedeckten Erde reflektiert und von dort wiederum nach oben zur
Wolkendecke.

Durch diese vielfachen Reflexionen zwischen dem schneebedecktem Erdboden und und der Wolkendecke wird das Licht schliesslich gänzlich diffus und kommt aus allen Richtungen zugleich.

Die Folge ist, dass Schneeverwehungen oder Vertiefungen im Schnee keine Schatten mehr werfen. Polarreisende berichten immer wieder, dass sie in der gestaltlosen Schneewüste wie blind gegen Eisblöcke gelaufen oder in unsichtbare Abgründe gestürzt sind.

Wenn das Licht aus allen Richtungen gleichzeitig kommt, verschwindet auch der Horizont, und man hat keinen sichtbaren Anhaltspunkt dafür, wo Oben und Unten ist. Es gibt Menschen, die dieser Verlust der visuellen Orientierung so hilflos macht, dass sie in einem Whiteout nicht einmal mehr aufrecht stehen können.

Magnetpol und Magnetfeld

Die beiden Magnetpole werden durch das Erdmagnetfeld bestimmt: die Magnetfeldlinien stehen senkrecht auf der Erdoberfläche. Der Durchmesser der Erde ungefähr vom geographischen Nordpol bis ungefähr zum geographischen Südpol verhält sich wie ein riesiger Magnet, wobei der
arktische oder boreale Magnetpol den magnetischen Südpol darstellt und der antarktische oder australe Magnetpol ein magnetischer Nordpol darstellt. Dies ist auch der Grund, warum man sich mit dem Kompass orientieren kann.

Der Magnetpol liegt ca. 2600 km vom geographischen Südpol entfernt und befindet sich zur Zeit in der Nähe der Adélieküste. Er befand sich 1983 bei 65°12'S und 138°42'E. und verschiebt sich z.Zt. um etwa 10 km/Jahr in nordwestliche Richtung. Die magnetischen Pole fallen also nicht mit
den geografischen Polen zusammen.

Lagebestimmung des magnetischen Pols

Jahr * Expedition * Latitude Longitude

1819/21 * Bellingshausen * 75°S 138,3°E
1838 * Gauss * 72,6°S 150,5°E
1840 * Hansteen * 69,5°S 131°E
1838/42 * Wilkes * 71,9°S 144°E
1837/40 * d'Urville * 71,8°S 136,3°E
1840/43 * J.C. Ross * 75,1°S 154,1°E
1870 * Menzzer * 76,8°S 166,1°E
1872 * Sabine * 73,3°S 148°E
1898/1900 * Borchgrevink * 72,7°S 152,5°E
1901/04 * Scott * 72,8°S 152,5°E
1907/09 * Shackleton * 72,4°S 155,2°E
1912 * Mawson * 71,2°S 150,8°E
1922 Dyson * 71°S 151°E
1929/31 Mawson * 70,3°S 146,3°E
1939 * Mawson * 70°S 148°E
1941 * Byrd * 70,3°S 148,3°E
1942 * Spencer * 70°S 150°E
1946/47 * Byrd * 68,8°S 144°E
1952 * Mayaud * 68,1°S 143°E
1955 * Briesenmeister * 68°S 144°E
1958 * Eisbrecher Ob * 68°S 144,3°E
1959 * Mayaud * 67,7°S 141°E
1963 * Nat. Geographic Society * 66,9°S 142,6°E
1964 * Eisbrecher Burton Island * 67,5°S 140°E


Das Polarlicht

Das Polarlicht im Norden und Süden ist ein bemerkenswertes Phänomen. In der klaren Polarnacht bewegen sich Bögen, Vorhänge und Strahlenbündel über den Himmel. Sie entstehen, wenn Ströme von Sonnenpartikeln in die Ionosphäre der Erde eindringen und mit den Molekülen der oberen
Atmosphäre kollidieren.

Das Magnetfeld der Erde leitet die Partikel hinunter zu den magnetischen Polen und konzentriert sie auf dem ovalen Band rund um die Pole. Sowohl die Lage der Ovale als auch die Form der Aurora wird durch die Intensität der Sonnenaktivität gesteuert.

Das Nordlicht hat immer eine große Bedeutung für die Mythen und Traditionen der arktischen Bevölkerung gehabt.

Eisblink - Wasserhimmel

Eisblink

Eisblink ist ein herrliches Naturschauspiel für die* *Kamera. Es ist das weisse Aufhellen der niedrigen Wolken über einem ausgedehnten Eisfeld am fernen Horizont

Wasserhimmel

Aehnlich dem Eisblink, nur ist dieses Aufhellen am fernen Horizont über einer Wasserfläche.

Mirage

Viele Polarfahrer haben Land und Inseln gesehen, die überhaupt nicht existierten. Es handelt sich um optische Täuschungen, die entstehen, wenn sich Licht in unterschiedlich temperierten Luftschichten bricht. Für gewöhnlich erweisen sich die mystischen Inseln am Horizont als Packeis. In der Wüste treten sie auf, wenn kalte Luft mit dem heißen Sand in Kontakt kommt (inferior mirage). In den Polarregionen handelt es sich um superior mirage, wenn warme Luft sich über eine kalte Oberfläche bewegt.

Fata Morgana nennt man die dramatischste und komplexeste Form der Luftspiegelung. Dann sind sogar Bilder von hinter dem Horizont liegendem Land sichtbar. Man glaubt, dass der Wikinger Erich der Rote von einer Fata Morgana angelockt worden war, als er Grönland entdeckte.

Nebensonnen - Gegensonnen

Nebensonnen

Die Nebensonne ist ein Sonderfall einer Halo. Bei nur gering ausgeprägten Eiskristallen spricht man von Nebensonnen. Diese hellen Flecken neben der Sonne kommen recht häufig vor. Aber anders als bei einem Regenbogen muss man gegen die Sonne schauen, was ohne entsprechenden Schutz auch in den Polargegenden nicht zu empfehlen ist.

Gegensonnen

Auch bei der Gegensonne entstehen ähnlich wie bei den Nebensonnen ziemlich kreisrunde sonnenähnliche Lichtflecke. Allerdings befinden sich diese recht weit ab der Sonne.

Kreuz des Südens

Das Sternbild am südlichen Himmel befindet sich über dem Polarkreis
und liegt zwischen den Sternbildern Zentaur und Fliege (Musca). Das
Kreuz des Südens enthält 4 helle Sterne, die so angeordnet sind, dass
sie die Enden eines Kreuzes bilden. Das Kreuz des Südens ist u.a. in den
Poststempeln der argentinischen Antarktis abgebildet.

Das Sternbild "Kreuz des Südens" war eine gewisse Zeit auch auf den
Poststempeln der argentinischen Stationen in der Antarktis abgebildet*.
*Das Sternbild "Kreuz des Südens" war einige Zeit auch in den
Poststempeln der argentinischen Antarktis abgebildet.

Dies ist nur eines der Bilder des Südlichen Sternenhimmels.

Zitate zum Thema Antarktis

Der Drang, die weissen Flecken von der Landkarte zu entfernen,
entspringt eher gewissen menschlichen Urinstinkten als der
Wissenschaft oder dem Geschäftssinn.
Hugh R. Mill, britischer Polarforscher 1909

For scientific leadership, give me Scott, for swift and efficient
travel give me Amundsen. But when you are in a hopeless situation,
when you are seeing no way out, get down on your knees and pray
for Shackleton. Sir Raymond Priestley - a member of the 1907-09
Nimrod Expedition

Ich hatte das Gefühl, als wäre ich auf einen anderen Planeten oder
in ein anderes Erdzeitalter geraten, von dem der Mensch kein
Wissen, an das er keine Erinnerung hat.
Admiral Richard E. Byrd, amerikanischer Polarforscher 1938

Hast du das große Schweigen erlebt,
Hast du gewagt, das Unbekannte aufzusuchen,
Unbekannte Wege begangen,
Die weißen Flecke der Karte gekreuzt,
Hast du entbehrt, gedürstet, gesiegt,
Bist du aufgegangen in der Größe des Alls?
Hast du Gott in seiner unendlichen Größe gesehen,
Den Text gehört, den die Natur dir Predigt?
Dann lausche auf die Weite, sie ruft dich zurück!
Fridtjof Nansen, 1861-1930, norwegischer Polarforscher

Wie gleichgültig geht die Natur über unsere Leistungen hinweg
Alfred Wegener, 1880-1930, deutscher Polarforscher

Seit meiner Kindheit träume ich davon,
den Nordpol zu erreichen,
nun stehe ich auf dem Südpol.
Roald Amundsen, 1872-1928, norwegischer Polarforscher

Wir labten uns jetzt an der unbeschreiblichen Frische derAntarktik,
die unser ganzes Sein in diesen Regionen durchdringt,
und die wohl die Ursache der Sehnsucht vieler Polarforscher nach diesen Zonen ist.
Ernest Shackleton, 1875-1922, irischer Polarforscher

...glaube nicht, daß wir jetzt noch besseres zu erwarten haben.
Wir werden es bis zum Ende durchstehen, aber wir werden natürlich schwächer,
und das Ende kann nicht mehr weit sein.
Es ist schade, aber ich glaube, mehr kann ich nicht schreiben.
Robert Falcon Scott, 1868-1912, britischer Polarforscher

Unsäglich langsam nur vermochte das menschliche Auge die Nebel des Eismeeres zu durchdringen; hinter der Nebelwand lag das Land des Mythos. /Aus: 'In Nacht und Eis' (1898)
/Fridtjof Nansen, 1861-1930, norwegischer Polarforscher

Nicht alle Wege führen zum Ziel.
Und wenn man erst einmal auf der anderen Seite des Globus angekommen ist,
kann man wenigstens sicher sein, daß man auf dem richtigen Weg ist.
Wer diese Gewißheit auf dem Herzen trägt, der bleibt kühl, wenn auch die Magnetnadel des Lebens ab und zu tanzt.
Roald Amundsen, 1872-1928, norwegischer Polarforscher

Für manchen Menschen mag der Gedanke, daß die Seele unsterblich ist und daß es nach diesem Erdenleben noch ein weiteres gibt, das vielleicht Ersatz bietet für die Leiden und Entbehrungen dieses irdischen Daseins, ein Trost sein; aber gewiß ist es ein selbstloserer, edlerer und folgerichtigerer Glaube, zu glauben, daß unser Leben hier und jetzt ist, daß wir Durchgangsglieder in der ununterbrochenen Kette von der Vergangenheit und Zukunft sind, daß wir nur in den Ergebnissen unserer Gedanken und Handlungen und in unseren Nachkommen fortleben, und daß wir deshalb in diesem einen Leben unser Bestmögliches leisten müssen.
Fridtjof Nansen, 1861-1930, norwegischer Polarforscher

Wir wissen, dass mindestens 20 Millionen Menschen hungern. Wir wissen, dass alles, was sie brauchen, nur ein paar 100 Meilen von ihnen entfernt vorhanden ist.
Wir wissen, dass nur eine einzige Sache notwendig ist: die eine Hälfte der menschlichen Rasse muss der anderen, leidenden Hälfte helfen.
Die Rüstungskosten der Mitglieder des Völkerbundes betragen jedes Jahr Millionen von Pfund. Weniger als 10% davon würden die Katastrophe verhindern und die
grösste aller politischen Gefahren beseitigen.
F. Nansen am 09.09.1921 vor der Völkerbundversammlung. Der Antrag wurde abgelehnt.
Fridtjof Nansen, 1861-1930, norwegischer Polarforscher